Persistente Identifikatoren
Was ist ein persistenter Identifikator?
Gutes Forschungsdatenmanagement zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass wissenschaftliche Datensätze für Dritte leicht nachnutzbar sind. Hierbei geht es nicht nur um einheitliche Standards und Formate oder das Beschreiben von Datensätzen mit genügend Metadaten, sondern auch um eine dauerhafte menschen- und maschinennutzbare Identifizierung der Datensätze.
Ein Persistent Identifier (PID) ist definiert als ein dauerhafter (persistenter), digitaler Identifikator, bestehend aus alphanumerischen Zeichen, welcher einem Datensatz (oder einem anderen digitalen Objekt) zugeordnet wird und auf diesen verweist – in der Regel als Verlinkung.
PIDs im Forschungsdatenmanagement
Bisher waren wissenschaftliche Datensätze, wenn sie überhaupt für Dritte zugänglich gemacht wurden, zumeist über Webadressen (URLs) und einfache Verlinkungen auf diese Adressen zu erreichen. Aus der Perspektive eines effizienten Forschungsdatenmanagements ist dies aus verschiedenen Gründen problematisch: URLs verweisen nicht auf einen bestimmten Inhalt, sondern auf einen ‚Ort‘ im Internet. Wird der gewünschte Inhalt, wie bspw. ein wissenschaftlicher Datensatz, an einen anderen Ort verschoben, so wird die URL zur Auffindung desselben nutzlos. Weiterhin ist es häufig der Fall, dass ein Datensatz an mehreren Orten im Internet veröffentlicht wird, so dass sich mehrere URLs auf ihn beziehen, was für eine zuverlässige wissenschaftliche Zitierbarkeit unpraktisch ist.
Um diese Probleme zu umgehen, werden Persistent Identifier eingesetzt. Als De-Facto-Standard für Forschungsdaten hat sich in den vergangenen Jahren der DOI (Digital Object Identifier) durchgesetzt. Aber auch andere Forschungsressourcen werden bei Veröffentlichung mit persistenten Identifikatoren versehen. Eine Übersicht über verschiedene Anwendungsfällt für PIDs findet sich hier.
Übersicht über ausgewählte persistente Identifikatoren
DOI
Der DOI ist der Allrounder unter den PIDs. Als ISO Standard 26324 wird der DOI für alle möglichen Forschungsobjekte genutzt: Textpublikationen, Forschungsdaten, Proben, Instrumente usw. Auch andere spezifischere Identifier wie z. B. die IGSN (International Generic Sample Number) basieren auf dem DOI.
DOIs werden von Registrierungsagenturen für Herausgeber wie Repositorien oder Zeitschriften vergeben, wo sie dann einzelnen Objekten zugeteilt werden.
Factsheet DOI – unique identifier and sustainable link of research outputs
ORCID iD
Die ORCID iD (Open Researcher and Contributor ID) kann von jeder natürlichen Person für sich selber angelegt werden. In seinem ORCID Profil kann man seinen akademischen Lebenslauf hinterlegen und Publikationslisten führen. ORCID iDs werden zur vertrauenswürdigen Verknüpfung von Forschenden mit ihrem Output verwendet und um Personen eindeutig unterscheiden zu können.
Factsheet ORCID – your personal ID in science
ROR ID
Die ROR ID (Research Organisation Registry) wird für Forschungsorganisationen vergeben, um diese eindeutig identifizieren zu können. ROR IDs werden von ROR selber kuratiert, in den Einträgen werden verschiedene Namen, Schreibweisen und andere Identifier gelistet.
Weiterführende Literatur
Netzwerk: “PID Network Deutschland.”
Autor*innen: Mitwirkende im PID Network
Link zur Webseite
Informationsressource: "PID-Kompetenzzentrum."
Autor*innen: TIB - Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften und Universitätsbibliothek
Link zur Webseite
Publikation: “Entwicklung in Baden-Württemberg: ORCID und ROR IDs als Standard für langfristige Personen- und Institutionen-Identifier.”
Autor*innen: Elisabeth Böker, Dirk von Suchodoletz, Peter Brettschneider, Franziska Rapp
Erscheinungsjahr: 2020
Link zur Publikation
Zitiervorschlag (Chicago)
Redaktion von forschungsdaten.info. „Persistente Identifikatoren“. forschungsdaten.info, 26. Januar 2026. Link.